Pflanzen
Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum)
Aussehen
Der Riesen-Bärenklau ist eine 2 bis 5 m hohe Staude. Der Stängel ist hohl und gefurcht, er trägt vor allem im unteren Bereich purpurfarbene Flecken. Er kann am Grund bis zu 10 cm dick werden. Die Blätter werden bis 1 (selten bis 3) m lang, sie sind 3-5teilig mit fiederteiligen Abschnitten. Der tellerförmige Blütenstand kann bis zu 80 cm Durchmesser erreichen und besteht aus weißen bis rosafarbenen Blüten. Die reifen Früchte sind flach und haben vor allem am Rand aufwärtsgebogene Borsten. Der Riesen-Bärenklau entwickelt eine mächtige Pfahlwurzel, die bis zu 60 cm lang und oben bis 15 cm dick wird, sie ist blassgelb und enthält gelblichen Milchsaft.
Warnung! Das Berühren der Pflanze kann zu gefährlichen Hautreaktionen führen! Der Pflanzensaft enthält Furanocumarine.
Menschliche Gesundheit
Die Pflanze ist, wie z.T. auch andere, einheimische Doldenblütler, Verursacher der "bullösen Wiesendermatitis". Die ganze Pflanze, besonders der Saft, enthält phototoxisch wirkende Furanocumarine. Bei Berührung und Sonneneinstrahlung können sich nach 24-48 Stunden schwere Hautentzündungen mit starker Blasenbildung entwickeln. Die Hautveränderungen gleichen Verbrennungen dritten Grades und führen gelegentlich zu mehrwöchigen Klinikaufenthalten. Sie heilen nur langsam ab und hinterlassen narbenähnliche, strichförmige Hyperpigmentierungen.
Besonders gefährdet sind Arbeiter in Land- und Forstwirtschaft oder Gartenbau, z.B. bei Arbeiten zur Bekämpfung der Pflanze, oder Hobbygärtner. Dabei kann der Pflanzensaft auch ohne direkte Berührung der Pflanze auf die Haut gelangen, wenn er etwa durch Rasenmäher verspritzt wird. Selbst Bekleidung bietet keinen vollständigen Schutz. Häufig sind auch Kinder betroffen, die die kräftigen hohlen Stängel beim Spielen etwa als Blas- oder Fernrohr benutzen.
Bei jeder Arbeit in Bärenklau-Beständen ist vollständige Schutzkleidung zu tragen! Wenn Pflanzensaft auf die Haut gelangt, sofort mit reichlich Wasser spülen. Bei stärkeren Symptomen ist ein Arzt oder Krankenhaus aufzusuchen.
Weiße Waldvögelein
Das weiße Waldvögelein, auch Bleiches oder Vielblütiges Waldvögelein (Cephalanthera damasonium (Miller) Druce) aus der Familie der Knabenkräuter (Orchidaceae) ist eine vielblütige (3-20 Blüten) etwa bis zu 75 cm hoch werdende Pflanze. Sie wächst in lichten Buchen-, gelegentlich Eichenmischwäldern, häufig im Waldrandgebüsch. Kalkhaltige, nährstoffreiche Böden bevorzugt sie.
Die ab April hochschießende Pflanze blüht etwa ab Mitte Mai bis Ende Juni. Ihre Laubblätter, mehr oder weniger elliptisch, stehen meist schräg vom Spross ab und werden nach oben immer kleiner. Der Blütenstand ist locker, die unteren Blüten stehen in den Blattachseln. Ihre Farbe schwankt zwischen weiß, ins gelbliche gehende bis cremefarben. Sie können bis 2 cm lang werden.
In Deutschland wächst das Weiße Waldvögelein im subatlantischen Klimabereich, steigt bis in Höhen um die 1800 m. Halbschattige Waldstandorte sagen ihr am ehesten zu. Die weniger bekannte Orchidee ist sporadisch in West- und Mitteleuropa verbreitet. Die ganze Pflanze steht unter Naturschutz.
Das weiße Waldvögelein kommt auch vereinzelt in der Gemarkung Glattbach vor.