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Die Fledermausseite

Die Bestände der Fledermäuse in Deutschland sind in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Auch in Bayern sind viele früher häufige Arten heute vom Aussterben bedroht.

Gezielte Schutzmaßnahmen sind nötig, wenn ein weiterer Bestandsrückgang bzw. ein Aussterben einzelner Arten verhindert werden soll. Dazu ist Aufklärung der Bevölkerung ebenso sinnvoll wie praktische Schutzmaßnahmen. Unerlässlich jedoch ist der Schutz des Gesamtlebensraumes d.h. eine Landschaft mit einer großen Vielfalt an Biotopen und deren Verbund muss erhalten bzw. wiederhergestellt werden.

Allgemeine Info's

Wussten Sie, dass unsere heimischen Fledermäuse ...

Bedrohung der Arten

Fledermäuse sind stark bedroht

Gefährdungsursachen

Erste Erfolge von Schutzmaßnahmen

Körperbau

Gliedmaßenvergleich Mensch - Fledermaus

Lebensraum / Nahrung

Jagdlebensräume und Jagdstrategien

Nahrung

Sommerquartiere

Paarung und Quartierwechsel

Winterquartiere

Hilfsmöglichkeiten

Hilfsmöglichkeiten für Haus und Gartenbesitzer

Hilfsmöglichkeiten für Jedermann

Echoorientierung

Fledermäuse senden aus dem geöffneten Mund oder durch einen speziellen Nasentrichter einen kurzen Schallkegel aus. Dieser trifft auf die Beute und wird von dieser reflektiert. Über die Ohren nehmen die Fledermäuse diese reflektierten Schallwellen auf und wandeln die Informationen zu einem "Hörbild" um.

Fledermäuse in Glattbach

Seit dem Jahre 1995 betreut der Vogel- und Naturschutzverein künstliche Fledermausquartiere im Glattbacher Wald. Der Bestand ist heute auf 86 ausgehängte Quartiere angewachsen.

Aktivitäten

Durch wiederholte Detektorbegehungen des gesamten Ortsbereiches sowie durch das Ausbringen und die regelmäßige Kontrolle von künstlichen Fledermausquartieren im Herbst konnten wir bisher folgende 8 Fledermausarten in Glattbach nachweisen:

Kontrollergebnisse der letzten Jahre

Im Jahre 2000 wurde innerhalb des Vereines eine Fledermausgruppe (Thomas Bormann, Andreas Richter und Erich Sauer) gegründet. Die Aktivitäten wurden mittlerweile auf Goldbach und Teile von Aschaffenburg ausgeweitet.

  großes
Mausohr
großer
Abendsegler
kleiner
Abendsegler
braunes
Langohr
Fransen-
fledermaus
Bechstein-
fledermaus
Zwerg-
fledermaus
Wimper-
fledermaus
1995 6              
1996     16 13   4    
1997 2 8 5 5   4    
1998 10 22   15        
1999 3 27   7        
2000 20 25   6   2    
2001 15 21 3 22   3    
2002 13 25 1 5 3      
2003 7 39   10   3 1 1
2004 3 31   2   1    
2005 13 21 3 10        


 

Großes Mausohr

Das große Mausohr ist die größte heimische Fledermausart. Die Körperlänge wird mit 67 - 79 mm gemessen und das Gewicht liegt zwischen 28 und 40 Gramm. Die Spannweite beträgt 350 - 450 mm. Die Ohrlänge wird mit 26 - 31 mm angegeben. Die Weibchen bilden im Sommer große Kolonien auf Dachböden - etwa 250 Kolonien sind bisher in Bayern gefunden worden (ca. 80000 Tiere). Es jagt bevorzugt Laufkäfer in laubholzreichen Mischwäldern. Die Tiere überwintern einzeln oder in Gruppen in Naturhöhlen und Kellern. Sie unternehmen Wanderungen zwischen Sommer- und Winterquartier von bis zu 100 km

Zwergfledermaus

Die Zwergfledermaus ist die kleinste bei uns vorkommende Fledermaus. Sie ist eine typische Art der Siedlungen und Städte. Als Quartier bevorzugt sie Spalten an Gebäuden. Ihre Jagdlebensräume sind Hinterhofgärten, Parks und Straßen (um Straßenlaternen) aber auch Obstgärten sowie eine reich strukturierte Kulturlandschaft und Waldränder. Die Körpergröße beträgt 36 bis 51 mm - das Gewicht liegt zwischen 3,5 und 8 Gramm. Die Spannweite bewegt sich von 180 bis 240 mm. Die Länge der Ohren wird zwischen 9 und 13 mm gemessen.

Großer Abendsegler

Er ist ein schneller Jäger des offenen Luftraumes und fliegt in Baumwipfelhöhe und kurz darüber. Während der Dämmerungsstunden geht er meist nur für eine Stunde auf Beutefang, also bevorzugt er insektenreiche Jagdgebiete. Die Flügel sind lang und schmal zugeschnitten. Der große Abendsegler überwintert einzeln oder in Gruppen in Baumhöhlen sowie in Fels- und Gebäudespalten. Seine weiteste Wanderung zwischen Sommer und Winterquartier wurde mit 2347 km ermittelt. Die Körperlänge misst zwischen 60 und 82 mm - das Gewicht beträgt 19 bis 40 Gramm. Seine Spannweite liegt bei 320 - 400 mm. Die Ohrlänge beträgt 16 - 21 mm.

Kleiner Abendsegler

Der Kleinabendsegler bewohnt alte höhlenreiche Laub- und Mischwälder. Auch besiedelt er Parkanlagen in Städten mit altem Baumhöhlenbestand. Aus Nordbayern sind bisher erst wenige Wochenstuben bekannt geworden. Im Spätsommer findet man ihn häufiger in kleinen Paarungsgruppen in Nistkästen. Zwischen Sommer- und Winterquartier legt er bis zu 1000 km zurück. Winterquartiere sind für Bayern bisher nicht nachgewiesen. Die Kopf-Rumpflänge wird mit 48 bis 68 mm gemessen. Sein Gewicht liegt zwischen 13 und 20 Gramm. Die Spannweite beträgt 260 bis 320 mm. Die Ohrlänge wird mit 12 bis 16 mm angegeben.

Fransenfledermaus

Sie ist eine mittelgroße Fledermausart - die Körperlänge beträgt 42 bis 50 mm. Ihr Gewicht ist 5 bis 12 Gramm. Die Spannweite wird mit 245 bis 280 mm angegeben. Die Ohrlänge beträgt 14 bis 18 mm. Der Außenrand des Ohres weißt 5 Querfalten und eine deutliche Einbuchtung auf. Sie lebt vorwiegend in Wäldern aber auch in Scheunen und Ställen. Sie überwintert in unterirdischen Höhlen (z.B. Spandauer Zitadelle 8000 Tiere) und Stollen, meist in enge Spalten eingezwängt aber auch im Bodengeröll. Sie gilt als sehr ortstreu - als weiteste Wanderung zwischen Sommer- und Winterquartier wurden 185 km festgestellt.

Bechsteinfledermaus

Die Bechsteinfledermaus ist eine mittelgroße Art - ihre Körperlänge wird mit 45 bis 55 mm angegeben. Das Körpergewicht bewegt sich zwischen 7und 14 Gramm. Die Spannweite beläuft sich auf 250 bis 290 mm. Ihre Ohren sind auffallend groß - bis zu 26 mm. Sie ist eine typische Waldfledermaus (insektenreiche und ausgedehnte Mischwälder) kommt aber auch in Parks und Gärten vor. Durch ihre breiten Flügel kann sie im langsamen Rüttelflug auch Beutetiere von Blättern und Baumstämmen ablesen. Diese Fledermausart kommt in den Wäldern Nordbayerns am häufigsten vor. Den Winter verbringt sie in Kellern, Stollen und Höhlen (hohe Luftfeuchtigkeit). Als weiteste Wanderung zwischen Sommer- und Winterquartier wurden 39 km Entfernung ermittelt.

Braune Langohren

Langohren haben die größten Ohren (31 - 41mm) und die leisesten Rufe unter den heimischen Fledermäusen. Ihre Flügel sind breit und die Langohren sind damit äußerst wendig. Das braune Langohr siedelt sowohl in Dachstühlen als auch in Baumhöhlen und Nistkästen. Die Körpergröße wird mit 42 bis 53 mm angegeben. Das Gewicht beträgt 4,6 bis 11,3 Gramm. Als Spannweite erreichen sie 240 bis 285 mm. Sie überwintern meist einzeln in Kellern, Stollen, Höhlen - in Spalten eingezwängt, aber auch im Bodengeröll und freihängend. Auch diese Art ist sehr ortstreu - als weiteste Wanderung wurden 66 km Entfernung ermittelt.

Wimperfledermaus

Die Wimperfledermaus erreicht in Deutschland ihre nördliche Verbreitungsgrenze. Sie zählt zu den sehr seltenen Arten in Bayern. Über ihre Lebensweise weiß man noch sehr wenig. Die Wochenstuben befinden sich in geräumigen Dachböden. Auch ihre Sommer und Winterquartiere sind nahezu unbekannt - vermutlich Höhlen und Spalten. Die Größe wird mit 41 bis 53 mm angegeben. Das Gewicht beläuft sich auf 7 - 15 Gramm. Die Spannweite erreicht 220 bis 245 mm. Die Größe der Ohre liegt zwischen 14 und 17 mm. Die Wimperfledermaus ist überwiegend ortstreu - Wanderungen meist unter 40 km. Als weiteste Wanderung wurden 106 km ermittelt.