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Mitmachaktion "Stunde der Gartenvögel 2012"

In einer gemeinsamen Aktion rufen die Naturschutzverbände NABU und LBV wieder zur Vogelzählung auf. Die Teilnehmer werden gebeten, im

Zeitraum vom 11. – 13. Mai

eine Stunde lang die Gartenvögel in ihrer Umgebung zu notieren und an den LBV zu melden. Meldebögen gibt es in Zeitungs-Anzeigen (z.B. MAIN-ECHO, Mo. 07.05.2012, S. 31) und im Internet unter http://stunde-der-gartenvoegel.lbv.de. Selbstverständlich helfe ich auch bei der Abgabe der Meldung: Bernd Aulbach, Tel. 06021/480460.

Weshalb wollen wir an der bisher so erfolgreich durchgeführten Aktion teilnehmen? Tausende von Meldungen liefern genauere Ergebnisse und zeigen frühzeitig Veränderungen in den Vogelbeständen. So bringt die bundesweite Langzeitstudie gute Hinweise auf Umweltveränderungen.

In diesem Jahr interessiert besonders der Bestand der Haussperlinge und der Amseln. Bei den Amseln gab es im letzen Jahr vor allem im Oberrheingraben bis ins Rhein-MainGebiet einen starken Einbruch, der zum Teil auf die bei den Amseln tödlich verlaufende Erkrankung durch die aus Afrika eingeschleppte Usutu-Virus-Infektion zurück geführt wird. In einigen Regionen war die Amsel völlig ausgestorben. Der Befall der Amsel gibt uns Warnsignale, weil die durch Mücken übertragene Krankheit auch immunschwachen Menschen gefährlich werden kann.

Mitmachen lohnt sich, nicht nur wegen der bösen Geschichte um die Amsel. Im Internet gibt es beim LBV viele Zusatzinformationen zur Vogelbestimmung und schliesslich einige tolle Preise zu gewinnen.

Bernd Aulbach

Tagestour ins Naturschutzgebiet "Mäusberg- und Rammersberg", 13. Mai 2012

Die Abfahrt ist um 9.00 Uhr am Johann-Desch-Platz. Es werden Fahrgemeinschaften gebildet.

Ablauf: Ankunft in Wiesenfeld ca. 10.15 Uhr, anschliessend Wanderung durch die Naturschutzgebiete. Um 13.00 Uhr haben wir im Gasthof „Zum Stern“ in Wiesenfeld für unsere Mittagsrast reserviert.

Da wir sowohl für die Fahrgemeinschaften als auch für die Restaurantreservierung eine voraussichtliche Teilnehmerzahl benötigen, bitten wir um eine

Anmeldung zu unserem Ausflug bis zum 05.Mai.2012

bei Inge Bormann, Tel.: 06021/421570

Infos zum Zielgebiet

Zwischen Karlburg und Wiesenfeld liegt im Naturraum Marktheidenfelder Platte das Naturschutzgebiet "Mäusberg- und Rammersberg." Vom Rand dieses quer zur Stromrichtung des Mains verlaufenden Bergriegels sieht man hinüber zur anderen Mainseite zum "Edelweiss" im NSG "Kalbenstein-Grainberg".

Im Gegensatz zum benachbarten Rammersberg, dessen Halbtrockenrasen durch die Beweidung als ausgesprochene Magerrasen ausgebildet sind, haben wir am Mäusberg den sehr attraktiven orchideenreichen Mähwiesentyp. Man findet ihn mit dem flächengrössten Anteil am Schutzgebiet auf der nur leicht geneigten Südostabdachung. Wie in einer weitläufigen Steuobstanlage ist dieser Bereich auf der ganzen Fläche locker mit niedrigstämmigen Stiel-Eichen durchstellt. Wie auf den Kopf gestellt ragen diese knorrigen Bäume vielstämmig als Stockausschläge auf. Die klima- und bodengeprägten Bäume erreichen nur max. 4 bis 5 m Höhe.

Der Rammersberg besitzt eine Waldumgebende Hochfläche. Diese und Bereiche der Ostabdachung sind seit 1981 unter Schutz gestellt worden. Der Naturfreund findet hier ein Mosaik von verschiedenen Steppenheidebiotopen, das sich im Verlaufe von Jahrhunderten durch unterschiedliche anthropogene (menschliche) Eingriffe entwickelt hat. Das Besondere am Rammersberg ist die Tatsache, dass sich die meisten anderen Steppenheidegebiete in Unterfranken in steilen Hanglagen entwickelt haben, hier aber die Trocken- und Halbtrockenrasen auf fast ebenen Dachflächen des Kalkberges auftreten.

Für die Vorstandschaft
Bernd Aulbach

Jahreshauptversammlung am 10.03.2012
Ernennung von Adolf Bormann zum Ehrenvorstand

Im Jahr nach der Gründung der "Interessengemeinschaft für Vogelschutz und -liebhaberei" stiess Adolf Bormann zu den Männern, die sich seinerseits mehr um Vogelvolieren und Tierzucht statt dem Naturschutz kümmerten. Die Aufgaben des Vereins haben sich geändert, der Adolf im Kern nicht. Denn Adolf ist die gute und engagierte Seele im Verein schlechthin:

In seiner jetzt 50-jährigen Vereinszugehörigkeit begleitete Adolf 16 Jahre lang das Amt des zweiten Vorstands, war 20 Jahre Mitglied des Ausschusses und 7 Jahre mitverantwortlich für die Bewirtschaftung der Vogelschutzhütte. Bei nahezu jedem Arbeitseinsatz packte er kräftig zu und hat schon so manche Sonderschicht bei der Pflege von Nistkästen, bei der Landschaftspflege im Wankelgrund und dem Schauen nach dem Rechten in der Vogelschutzhütte eingelegt.

Die 1. Vorsitzende Barbara Koch überreichte Adolf Bormann am 10. März im Rahmen der diesjährigen Jahreshauptversammlung die Urkunde mit der Ernennung zum Ehrenvorstand des Vogel-und Naturschutzvereins Glattbach, wie sich unser Verein heute nennt. Verbunden mit der Übergabe waren Worte des Danks, ein Geschenk und mit Augenzwinkern die kleine Bitte, dass uns Adolf noch ein wenig helfen mag.

Die Routinethemen einer Hauptversammlung wie die Entlastung des Vorstands und der Kassenbericht waren von den Mitgliedern schnell abgesegnet. Dann galt es, eine Nachwahl für die Neubesetzung des Schriftführers durchzuführen. Die Amtsinhaberin Siegrid Musch hatte schon bei der letzten Vorstandswahl vorgetragen, dass sie diese Aufgabe nur noch für eine begrenzte Übergangszeit wahr nehmen kann. Jetzt in der Hauptversammlung konnte sich sie die Aufgabe in "jüngere Hände" und zwar an Christiane Messenzehl übergeben.

Barbara Koch dankte Siegrid Musch für 12 Jahre engagiertes Schreiben, wünschte der neuen Schriftführerin viel Mut für die kommende Aufgabe, dankte den Mitgliedern für die Teilnahme an Arbeitseinsätzen (Nistkästen, Eulen- und Fledermausschutz), der Ausgestaltung der beiden Feste (Fischessen und Apfelfest), der Organisation von Exkursionen (Naturschutzgebiet "Grainberg-Kalbenstein" bei Karlstadt, Rainer Wald bei Straubing und Neusiedler See in Österreich), der Arbeit im Vorstand und dem Ausarbeiten von Vorträgen und Präsentationen.

Natürlich verwies sie noch auf die besondere Anerkennung der Arbeit von Thomas Bormann im Fledermausschutz. Thomas durfte im vergangenen Jahr den erstmals vergebenen Preis zum "Grünen Engel" – übergeben durch Herrn Markus Söder persönlich (damals Innenminister) – entgegen nehmen. Wer Main-Echo liest, wird fest gestellt haben, dass unser Thomas im vergangenen Jahr noch mehrfach mit seinen Schützlingen abgebildet war.

Bürgermeister Fuchs griff die Anmerkungen von Barbara Koch auf und betonte, dass die Naturschutz-Arbeit unserer Mitglieder über die Grenzen unserer Gemeinde hinaus in der Region bekannt und anerkannt ist.

Zum Ausklang der Hauptversammlung präsentierte Bernd Aulbach Bilder von Arbeitseinsätzen und Exkursionen und beschloss den Abend mit einem Vortrag zum Vogel des Jahres 2012, der Dohle.

Die Dohle – Vogel des Jahres 2012

Die Dohle steht in mehreren Bundesländern bereits mit der Gefährdungsstufe rot in der Liste der bedrohten Vogelarten. Die Ursache ist ein zurückgehendes Nahrungsangebot durch Monokulturen auf unseren Äckern und fehlende Brutplätze. Dohlen sind Höhlenbrüter und nehmen mit grosser Phantasie die seltsamsten Quartiere für die Aufzucht ihrer Nachkommen in Kauf.

Die Dohle gehört zu der Familie der schlauen Raben. Sie ist deutlich kleiner als die bei uns ganzjährig verbreitete Rabenkrähe. Bei uns gibt es Dohlen meist nur als Wintergast. In kleineren Gruppen suchen sie zwischen zahlreichen Saatkrähen auf abgeernteten Äckern nach Nahrung. Ihre Anwesenheit in einer Hundertschaft von Saatkrähen ist leicht durch den kreischenden Ruf zu erkennen.

Saatkrähen sind ebenfalls Wintergäste. Im vergangenen Winter suchten am Abend hunderte Exemplare – dazwischen immer wieder kleine Trupps der lustigen Dohle – einen Schlafplatz auf der vor Menschen sicheren Insel am Flosshafen.

Der junge Nachwuchs tritt übrigens mit blauen Augen auf. Dies wirkt sehr elegant. Wer weitere Details wissen will: Bald kommt die Vogelstimme ins Haus. Und ein Vogelstimmenseminar gibt es zur Ergänzung auch noch am 26. April in der Vogelschutzhütte.

Bernd Aulbach

 

Letzte Aktualisierung 09.05.2012